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Die Feiertage


In der Republik Ungarn gedenkt man jährlich dreier Nationalfeiertage.

Der 15. März ist der Gedenktag des Beginns der Revolution und des Freiheitskampfes 1848-1849, der Geburtstag des modernen parlamentarischen Ungarns.

Der 20. August ist zu Ehren des Staatsgründers Stefan des Heiligen der offizielle Staatsfeiertag.

Der 23. Oktober ist der Beginn der Revolution und des Freiheitskampfes 1956 sowie der Tag der Proklamation der Republik Ungarn im Jahr 1989.

20. August
Fürst Géza, der Nachkomme des landnehmenden Fürsten Árpád, strebte Ende des 10. Jahrhunderts mit dem deutsch-römischen Kaiser Otto I. eine Vereinbarung an und knüpfte Kontakte zum Christentum, damit das nomadische, in Stämme und Geschlechter gegliederte Ungartum, das Raubzüge führte und an heidnische Göttern glaubte, überleben konnte.
Sein Sohn Vajk ließ sich taufen und bekam den Namen István/Stephan. Er setzte die Politik des Vaters fort und ließ sich zu Weihnachten im Jahr 1000 zum König krönen. Eine wichtige Entscheidung von ihm war, dass er den römischen Papst Silvester II. um die Krone bat und diese auch bekam. Auch damit erklärte er seine Absicht, sein Land dem westlichen Christentum anzuschließen. Er organisierte eine starke Zentralgewalt, schuf nach westlichem Vorbild das Komitatesystem, gründete Bistümer und selbstständige Erzbistümer (in Kalocsa und Esztergom). Seine strengen Gesetze schützten Christentum, Besitztümer, die öffentliche Ordnung und die Moral. Er setzte sich für die Verbreitung von Bildung ein, hielt es für wichtig, dass Ungarn neuen Gedanken gegenüber offen, anderen Völkern gegenüber tolerant ist. Als König Stephan 1038 starb, war Ungarn ein junger, lebensfähiger, sich der westlichen Gesellschaft nähernder, kraftvoller und unabhängiger Staat.

König Stephan wurde 1083 heilig gesprochen. Von da an gedenken die Ungarn am 20. August, den Stephanstag, des großen ungarischen Königs. In der St. Stephans Basilika in Budapest wird die mumifizierte rechte Hand aufbewahrt, die Verehrung der Reliquie ist bis heute ungebrochen.

15. März

 

Fotó: Neubauer Rudolf

 

Ungarn war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Teil des Habsburger Reiches, eine der rückständigsten Regionen und nicht unabhängig. Der Wiener Hof wollte sogar von vorsichtigen Reformen nichts hören, obwohl die Initiatoren der Veränderungen, die aufgeklärten Mitglieder des Adels, die Beschränkung der Rechte und Rolle des Herrschers nicht anstrebten.

Eine herausragende Persönlichkeit der Zeit war Graf István Széchenyi, Befürworter der mäßigen Veränderungen, der die entwickelten westeuropäischen Länder als Vorbild betrachtete und viel dafür tat, dass deren Wirtschaftsmethoden auch in Ungarn Fuß fassten.

 

Fotó: Neubauer Rudolf

 

Der mittellose kleinadelige Jurist Lajos Kossuth und seine Anhänger forderten vom Anfang der 1840er Jahre an immer intensiver die wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit innerhalb des Habsburger Reiches, die Aufhebung der Leibeigenschaft sowie der Privilegien des Adels, die Schaffung einer selbständigen ungarischen Industrie, d.h. den Beginn/Start der bürgerlichen Umgestaltung.

Aufwind erhielt die ungarische Opposition von den Revolutionen vom Winter und Frühjahr 1848 in Europa, die günstige Voraussetzungen für die Realisierung der Reformgedanken auf gesetzlichem Wege schufen. Am 15. März 1848 ging eine kleine, vor allem aus Schriftstellern, Dichtern bestehende Intellektuellengruppe, die so genannte „Märzjugend“, in Pest auf die Straße. Zuerst konnte sie die Studenten, dann die Pester Bürger für sich gewinnen. Die kleine Gruppe wuchs bis zum Abend zu einer Menschenmenge von mehreren zehntausend Personen an, die Revolution brach aus. Einer der Anführer war der Dichter Sándor Petőfi, der mit seinem Gedicht „Nationallied“ die Massen anfeuerte und mobilisierte. Die wichtigsten politischen Forderungen fassten die „Zwölf Punkte“ zusammen, darunter Pressefreiheit, eine unanbhängige ungarische Regierung, alljährlich eine Sitzung des Parlaments, konfessionelle und bürgerliche Rechtsgleichheit, nationale Armee, öffentliche Lastenverteilung, Aufhebung der Leibeigenschaft, Wiedervereinigung mit Siebenbürgen.

Am selben Tag gelang es einer ungarischen Regierungsdelegation unter der Leitung von Lajos Kossuth am Hof in Wien vozusprechen, vom Monarchen die Forderungen des Parlaments von Pressburg (ungarisch Pozsony,heute Bratislava/Slowakei) zu akzeptieren. Daraus wurden Gesetze formuliert, die der König im April absegnete. Die Umgestaltung in Ungarn wurde – zum ersten Mal und einzigartig in Europa – friedlich durchgeführt. Unter Graf Lajos Batthyány wurde die erste unabhängige, dem Parlament verantwortliche ungarische Regierung gebildet.

Die Regierung wirkte kontinuierlich gesetzmäßg, trotzdem ging das Haus Habsburg mit der Verbreitung der reaktionären Welle durch Europa zu einem Gegenangriff über, die Revolution war zum bewaffneten Widerstand gezwungen. Nach einem knapp einjährigen Freiheitskrieg konnte Franz Joseph I. mit Hilfe des russischen Zaren siegen, es folgten grausame Retorsionen und Unterdrückung. Die Errungenschaften der Revolution konnten jedoch nicht mehr vernichtet werden. Viele davon entfalteten sich erst nach zwei Jahrzehnten, nach dem von Ferenc Deák forcierten Ausgleich von 1867, als die Österreichisch-Ungarische Monarchie entstand.

23. Oktober

1953 befand sich Ungarn infolge der Wirtschaftspolitik der kommunistischen Regierung am Rand einer Katastrophe. Im von den Sowjets besetzten Land sank der Lebensstandard, Spannung und Unzufriedenheit stiegen an. Auf Hinweis der neuen Sowjetführung nach Stalins Tod gab Parteichef Mátyás Rákosi den Posten des Ministerpräsidenten an Imre Nagy ab, der 1945 auch aus der Moskauer Emigration heimgekehrt war, der jedoch mit den politischen und Wirtschaftsmaßnahmen nicht einverstanden war. Für die Reformen blieb nur wenig Zeit, weil Nagy von Rákosi und dessen wieder erstarkten Clique 1955 abgesetzt und sogar aus der Partei ausgeschlossen wurde. All das löste allgemeine Unzufriedenheit aus. Die Intellektuellen brachten ihr Unbehagen immer öfter zum Ausdruck. In Ungarn setzte eine gesellschaftliche Gärung ein.

 

Fotó: Neubauer Rudolf

 

Anfang Herbst 1956 formulierten die Studenten an den Budapester Universitäten ihre Forderungen: Abzug der sowjetischen Truppen, Bildung einer neuen Regierung unter Imre Nagy, Rákosi und seine Genossen sollten vor Gericht gestellt werden, demokratische Wahlen, neue Wirtschaftspolitik, Festlegung des Existenzminimums für die Arbeiter, und Erklärung des 15. März zum Nationalfeiertag. Am 22. Oktober beschlossen die Studenten der Technischen Universtität, am 23. Oktober eine friedliche Demonstration zur Unterstützung Polens, das mehr Selbständigkeit der Sowjetunion gegenüber anstrebte, abzuhalten.

Diese Demonstration war der Beginn der Revolution von 1956. An den verschiedenen Schauplätzen schlossen sich der Masse immer mehr Menschen an, ihre Zahl erreichte sogar 200.000. Die Demonstranten stürzten das monumentale Stalin-Denkmal und wollten ihre Forderungen im Rundfunk verlesen. Am Gebäude des Ungarischen Rundfunks kam es zum ersten bewaffneten Kampf. In den Morgenstunden des nächsten Tages hatten die Aufständischen den Rundfunk erobert.

Am 24. Oktober wurde Imre Nagy erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Die rund um Budapest stationierten sowjetischen Truppen zogen in die ungarische Hauptstadt ein, wo sie auf bewaffneten Widerstand stießen. Die Revolution dehnte sich auf ganz Ungarn aus. Der Reihe nach bildeten sich die politischen Organisationen des Aufstandes, Revolutionsausschüsse, Arbeiterräte, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelösten Parteien wurden reaktiviert, auch neue gegründet.

 

Fotó: Neubauer Rudolf

 

Am 1. November gab Imre Nagy bekannt, dass Ungarn aus dem Warschauer Vertrag austritt und erklärte Ungarns Neutralität. Am 4. November starteten die sowjetischen Truppen frühmorgens einen umfassenden Angriff gegen die Revolution. Ihre Übermacht brach den bewaffneten Widerstand. In einer Rundfunkrede gab János Kádár die Bildung einer sowjetfreundlichen Regierung bekannt.

Nach der Niederschlagung der Revolution und des Freiheitskampfes wurden die Gefängnisse gefüllt, mehrere hundert Menschen wurden hingerichtet, unter ihnen im Jahr 1958 Imre Nagy und Verteidigungsminister Pál Maléter. 200.000 Ungarn flüchteten.

Revolution und Freiheitskampf von 1956 waren die wichtigste Tat des ungarischen Volkes im 20. Jahrhundert. Deshalb wurde 1989 der 23. Oktober zum Tag der Proklamation der Republik, als würde man die 1956 formulierten Zielsetzungen ergänzen und realisieren.

(siehe auch Geschichte:1956)