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· Marta Sebestyen ·
· Musik ·
· Meine Favourits in jeder Gattung ·

MUSIK

 

Mit der Christianisierung Ungarns im 10. Jahrhundert kam auch westeuropäische sakrale Musik ins Land. Dazu zählten die gregorianischen Gesänge und – nach der Reformation – protestantische Choräle. Die weltliche Musik wurde stark vom Osten beeinflusst.

Ein charakteristischer Instrumental- und Vokalstil kam im 15. Jahrhundert mit den Roma nach Ungarn.

Um 1780 entstand die sogenannte Verbunkos-Musik, die bei der Anwerbung von Soldaten gespielt wurde und daher ihren Namen hat. Hieraus entwickelte sich einerseits eine Volksmusik, in die Slawisches und Orientalisches einfloss und die bald von den Zigeunern aufgenommen wurde und andererseits im Zeichen der Romantik eine Kunstmusik ungarischen Stils.

Im 17. und 18. Jahrhundert hatten die Fürstenhöfe – wie der des Fürsten Nicholas Esterházy in Eisenstadt – oft ihre eigenen Orchester und Theatergruppen, in denen ausländische Musiker arbeiteten. Der bekannteste ist der österreichische Komponist Joseph Haydn, der 30 Jahre lang für die Familie Esterházy arbeitete.

Hier ist Ferenc Erkel (1810-1893) zu nennen, der als Schöpfer der ungarischen Nationaloper gilt. Nach ihm ist heute eines der Opernhäuser Budapests benannt. Erkel war Pianist, Klavierlehrer, Kapellmeister und Komponist. Ab 1838 arbeitete er am Ungarischen Nationaltheater in Budapest. 1844 komponierte er die ungarische Nationalhymne (Text von Ferenc Kölcsey). 1853 konnte Erkel die Einführung der Philharmonischen Konzerte erreichen. Insgesamt komponierte er acht Opern, von denen besonders "Hunyadi László" und "Bánk Bán" erfolgreich waren.

Die zweite große Persönlichkeit der ungarischen Musik des 19. Jahrhunderts war Ferenc (Franz) Liszt (1811-1886), ebenso berühmt als Klaviervirtuose wie als Komponist. Wenn Liszt auch viele Jahre seines Lebens nicht in Ungarn verbracht hat, waren einige seiner populärsten Kompositionen doch von der ungarischen Musik beeinflusst - am deutlichsten wird das in seinen "Ungarischen Rhapsodien" und in Musikstücken, bei denen er die in der Zigeunermusik übliche Ganztonleiter verwendete. Ab 1875 war er Präsident der Budapester Musikakademie, die 1925 nach ihm benannt wurde. Seine damalige Wohnung im Gebäude der Musikakademie ist heute als Gedenk- und Dokumentationsstelle eingerichtet.

 

Liszt fand in unserem Jahrhundert in Zoltán Kodály (1882-1967) und Béla Bartók (1881-1945) zwei würdige Nachfolger. Kodály, in Kecskemét geboren, verbrachte nach seiner Ausbildung einige Jahre in Berlin und Paris und war dann Musiklehrer an der Budapester Musikhochschule, wo er ein musikpädagogisches System einführte, nach dem heute Musikhochschulen auf der ganzen Welt arbeiten. Zusammen mit Béla Bartók erforschte er die ungarische Volksmusik, sein kompositorisches Werk zeigt deutlich die Einflüsse dieser Tätigkeit. Er komponierte Jugend- und Schulmusik, aber auch Kammermusik, Vokalmusik, Orchestermusik und Opern. Am erfolgreichsten wurden seine Opern "Háry János" (1926) und "Die Spinnstube" (1932), in die er überarbeitete Volkslieder und Balladen übernahm. Sein vielleicht bekanntestes Werk ist neben dem "Te Deum" von 1936 der "Psalmus hungaricus" von 1923.

Béla Bartók hat sich als einer der ersten wissenschaftlich mit der ungarischen Volksmusik beschäftigt. Er machte viele Reisen auf dem Balkan, in Kleinasien und Nordafrika, um Volksmusik aufzuzeichnen und wissenschaftlich zu ordnen. Es gelang ihm, mehr als fünftausend Tänze zu sammeln. Viele Anregungen aus diesem Material führten ihn zur Verwendung national gefärbter Melodik und zur Betonung des rhythmischen Elements. Für seine kompositorische Tätigkeit schuf er sich ein eigenes harmonisches System, in das sich die ungarische Volksmusik einfügen ließ. Seine neue Harmonik machte ihn weltberühmt. Das "Allegro barbaro für Klavier" (1911) gilt ähnlich wie Strawinskys "Sacre du Printemps" als ein Schlüsselwerk der modernen Musik. Bartók ging 1940 in die USA, wo er auch 1945 starb. Im Sommer 1988 wurden seine sterblichen Überreste unter großer Anteilnahme der Bevölkerung aus den USA nach Ungarn überführt und beigesetzt.

 

Repräsentant der leichten Musik, die in Ungarn sehr stark von Wien aus beeinflusst war, ist Imre (Emmerich) Kálmán (1882-1953), der mit seinen Operetten wie "Die Csárdásfürstin" (1915) und "Gräfin Maritza" (1924) sehr populär wurde und zum Klischeebild der ungarischen Musik in unserer Zeit wesentlich beigetragen hat.


Der 1923 geborene György Ligeti komponierte vor allem zeitgenössische geistliche Musik und hat mit elektronischen Kompositionen experimentiert. Er ist seit 1956 in Wien, Berlin und Hamburg tätig.


Das heutige Musikschaffen in Ungarn ist vielfältig und hat eine breite Basis. Neben den ständigen Programmen der Musiktheater finden zahlreiche Festivals, Festwochen, Musiktage und ähnliche Veranstaltungen statt. Die Namen der zeitgenössischen Komponisten Pál Kadosa, Zsolt Durkó, György Kurtag, Sándor Szokolay, Emil Petrovics und andere sind einem breiten Publikum in Ungarn, aber auch im Ausland bekannt.
Von ungarischen Gruppen gespielte und arrangierte Rock- und Popmusik ist auf dem Weg, mit den Elementen der ungarischen Volksmusik eine eigene Gattung zu schaffen.