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1956

 

Führer des Aufstandes : Imre Nagy ( Ministerpräsident, 1958 zum Tode verurteilt und gehenkt )
Am 16. Juni 1989 wurde er mit 5 seiner Mitkämpfer zum zweitenmal beigesetzt. Mehr als 100 Tausend Menschen nahmen auf dem Heldenplatz Abschied von den Kämpfern teil.
Angefangen hatte die verhängnisvolle Entwicklung in den Nachkriegsjahren.
Nach den Friedensverhandlungen mit der UdSSR und dem Beitritt zum Warschauer Pakt verstärkte sich die wirtschaftliche , kulturelle und militärishe Abhängigkeit Ungarns vom "großen Bruder".
Mit Unterstützung der sowjetischen Besatzungstruppen konnte die KP ihren Parteiapparat aufbauen. Zwar durften sich andere Parteien bilden, doch die Kommunisten nutzten jede Chance -legal wie illegal-, die für ihre Macht gefährlichen demokratischen Strömungen im Keim zu ersticken.
Durch die Bodenreform im März 1945 wurden 3,2 Mio ha Boden beschlagnahmt. Großgrund- und Kirchenbesitz sowie das Vermögen von Faschisten und Volksdeutschen wurden enteignet.
Im November gewann die Kleinwirte-Partei 245 von ins. 409 Sitzen im Reichstag. Mit nur 70 Mandanten stellte die KP vier Minister ( Innenminister Imre Nagy, Verkehrsminister Ernő Gerő und Sonderminister Mátyás Rakosi )
1947 gelang es der KP , die Kleinlandwirtepartei durch die Aufdeckung angeblicher Verschwörungen zu erschlagen. Ministerpräsident Ferenc Nagy floh in die Schweiz.
Eine Neuwahl sicherte der Kommunistischen Partei die Mehrheit.
In 1948 fusionierten Kommunisten und Sozialisten zur Vereinigten Ungarischen Arbeiterpartei USAP
Unter Innenminister János Kádár begann in den Jahren 1948/49 die Verfolgung Geistlicher.
Die Verhaftung Kardinal Joseph Mindszenty- der zunächst zum Tode verurteilt, später zu lebenslanger Haft begnadigt wurde. löste Konflikte zw. Staat und Kirche aus.
Die Regierung, die mittlerweile eine rigorose Industrialisierung und Kollektivierung betrieb, ließ bei ihren Prozessen gegen angebliche Titioisten auch Kádár von 1950-53 inhaftieren.
Imre Nagy scheiterte am stalinistischen Kurs Mátyás Rákosis und seiner Anhänger. Rákosi übernahm die Parteiführung, die Unruhe in der Parteiintelligenz und unter der Studenten wuchs.

Dann kam das Schicksalsjahr 1956, das den Demokraten die Hoffnung auf eine freiheitliche Staatsform nahm. Im Oktober 1956 - Rákosi hatte seinen Posten als Parteiführer an Ernő Gerő verloren- verlangten Kommunisten, die Parteiintelligenz, Arbeiter und Studenten den Rücktritt der alten Regierung.

Während der ersten Protestmärsche am 23. Oktober hallten die Straßen von den Forderungen nach Demokratie, Freiheit, Abzug der Russen und dem Austritt aus dem Warschauer Pakt wider.
Das Volk wollte ein Ende der Bespitzelungen und Unterdrückungen durch die Sicherheitspolizei AVO, die die Macht der Kommunistischen Partei gegen jeden Widerstand sichern sollte.
Sie verlangten die Neutralität Ungarns und die Zulassung des Mehrparteien-Systems.

Am Abend des Oktober erklärte Parteichef Ernő Gerő, daß er auf keine Forderung der Demonstranten eingehen werde. Erste sowjetische Panzer, herbeigerufen vom Politbüro, fuhren durch Bp., nachdem das Stalin Standbild gestürzt und das Rundfunkgebäude von Radio Bp. von Demonstranten gestürmt worden war.
Am 25. Oktober, kurz nach Nagys Amtsantritt, fiel die sowjetische Armee erneut in Bp. ein und eröffnete zusammen mit der Sicherheitspolizei AVO das Feuer auf die Demonstranten. János Kádár löste Ernő Gerő als Parteichef ab.
Dieser entkam zusammen mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten András Hegedüs auf die Seite der Sowjets. Einen Tag später wechselte ein Teil der ung.-en Armee unter Oberst Pal Maléter auf die Seite der Rebellen. Während der ersten Demonstartionen hatte die Regierung den Oberst und seien Armee mit der Niederschlagung derAufständischen beauftragt. Er hatte sich dem Befehl, auf die eigene Landsleute zu schießen, widersetzt. Sein Hauptquartier in der Kilián Kaserne wurde zur Festung gegn die erste sowjetische Invasion. Wie viele andere mußte er seinen Einsatz für die Aufständischen später mit dem Leben bezahlen.

Am 29. Oktober wurde Imre Nagy Ministerpräsident, wie es die Demonstranten verlangt hatten. Er proklamierte, was auf den Starßen gefordert wurde: die Auflösung der der verhaßten Sicherheitspolizei AVO. Die Grenzen zum Westen wurden geöffnet. Nach einem neuerlichen Abzug der sowjetischen Armee erklärte Nagy am 1. November den Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt.
Oberst Maléter wurde zum zum Verteidigungsminister ernannt.
Er hielt telefonischen Kontakt mit Nagy. Abends gegen 22,30 Uhr unterrichtete er Nagy zum letzten Mal über den Stand der Dinge. Kurze Zeit später wurde er von Sowjets verhaftet.

Die neue Regierung unter Imre Nagy hatte keine Chance, sich zu etablieren: Kádár bildete eine Gegenregierung, um die "konterrevolutionäre Gefahr" zu bannen. Die sowjetischen Truppen fielen erneut in Bp. ein-es sollte die letzte Invasion der Armee sein.

In den folgenden 13 Tagen spielten sich in Bp.-s Straßen heftige Kämpfe ab: die Leichen von Männern, Frauen und Kindern lagen neben ausgebrannten Panzern.Tausende wurden ermordet, verhaftet, gefoltert oder flohen ins Ausland.
Der von den Sowjets eingesetzte Ministerpräsident Kadar verhaftete Imre Nagy am 22. November, obwohl man Nagy, der sich in der jugoslawischen Botschaft aufhielt, freies Geleit zugesichert hatte. Auch er mußte sein Vertrauen in das Wort der dktatorischen Regierung - ebenso wie Oberst Maléter mit dem Tode bezahlen. Gemeinsam wurden sie 1958 hingerichtet.

Nach rund 30 Tagen endete der Traum von seiner siegreichen Volksrevolution in einem Meer von Blut. Das ungarische Volk, das mit dem Mut der Verzweifelten gekämpft hatte, scheiterte an der Übermacht der sowjetischen Truppen.

 


Sowjets am Heldenplatz (von Archiv des Nationalmuseums)

 

Die gelocherte Flagge am grossen Ring (im Hintergrund New York Palast)
(von Archiv des Nationalmuseums)





Die zerschossene Kilian Kaserne
(von Archiv des Nationalmuseums)




Die Zerstörung der Stalin Statue




T34 auf dem Boraros Platz
(Archiv des Nationalmuseums)




Strassenbild am Ende Oktober







Neubeisetzung von Imre Nagy am Heldenplatz,1989
(MTI Foto)