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Das barocke Ungarn á la Maria Theresia

Der Rakoczi Freiheitskampf wurde mit dem Frieden von Szatmar abgeschlossen. Ungarn blieb ein Anhängsel jenes europäischen sich in Machtträumen wiegenden Reiches, dessen Schwerpunkt ausserhalb der Grenzen Ungarns lag.

Der Wiener Hof hat eingesehen, dass offene,brutale Gewalt in Ungarn nicht angewendet werden kann, sie war aber auch nicht unbedingt notwendig. Jener Adel, welcher im letzten Abschnitt des Freiheitskampfes in Opposition zu den Initiativen des nationalen Absolutismus geraten war, begnügte sich jetzt mit der Zusicherung seiner Vorrechte und der ständischen Scheinselbständigkeit.

Zur Erledigung der ungarischen Angelegenheiten wurden schon im 16. Jh. Regierungsorgane ins Leben gerufen. Die (sog. ungarische) Kancellaria hatte ihren Sitz in Wien, die Kammer in Pozsony (Preßburg). Ein neuorganisiertes Regierungsorgan war der Statthalterrat, dessen Wirkungsbereich erstreckte sich mit Ausnahme der Finanzangelegenheiten und der Justiz auf sämtliche Zweige der inneren Verwaltung.

Die Selbstständigkeit der ungarischen Regierungsorgane war bloßer Schein.

Die Habsburger betrachteten die katholische Kirche immer als einen Grundpfeiler ihrer Macht.Die riesigen kirchlichen Besitztümer entstanden im 18. Jh.

 

Die Pragmatische Sanktion: Karl dem III. (1711-1740) verursachte die Tatsache, dass weder er noch Josef I und Leopold I. einen männlichen Erben hatten, nicht wenige Sorgen. Das Haus Habsburg erließ ein Hausgesetz über das Erbrecht der weiblichen Linie. (Dies war die eigentliche Pragmatische Sanktion,d.h. eine gesetzliche Regelung) Die ungarischen Stände zeigten eine Wandlung, indem der Ständetag von 1722/23 die Pragmatische Sanktion ohne besonderen Widerstand annahm.

Zwischen den Erbprovinzen der Habsburger und den Ländern der ungarischen Heiligen Krone kam eine enge und unauflösbare Union zustande, und zwar, nach dem laut Gesetz "gegen äußere Gewalt", gegen einen immer noch möglichen übermächtigen türkischen Angriff. Gleichzeitig forderten die Stände, dass der Herrscher auch in der Zukunft einen Schwur " zur Einhaltung der Freiheit des Landes" ablegen muß. Es bildeten sich jene Verhältnisse heraus, welche die Entwicklung des ungarischen Staatstums und den Rahmen des politischen Lebens in Ungarn im großen und ganzen bis zum Jahre 1918 bestimmten.

 



Als Maria Theresia (1740-1780) in Preßburg erschien und um Hilfe ersuchte, hing die Existenz des Reiches von Ungarn ab. Die Stände beeilten sich "ihr Leben und Blut" anzubieten. Innerhalb kurzer Zeit stellten sie eine aus 35 000 Mann bestehende Armee auf die Beine, doch vorher erhoben sie die Steuerfreiheit des adeligen Bodens zum Gesetz. Die Stände unterstützten in den vergeblich gefochtenen sogenannten 7jährigen Krieg zur Zurückeroberung Schlesiens (1756-1763) unverändert die Bestrebungen des Reiches.

 

Da jedoch auch Bayern, Spanien und Sachsen Erbansprüche erheben, kommt es zum „Österreichischen Erbfolgekrieg“, aus dem Maria Theresia 1748 letztendlich als Siegerin hervorgeht, allerdings Gebietsverluste hinnehmen muß:
Im Dezember 1740 fällt die Streitmacht von Maria Theresias großem Gegenspieler, Preußenkönig Friedrich II. (d. Große), in das bisher österreichische Schlesien ein; 1741 rücken sächsische und französisch-bayerische Truppen in Oberösterreich und Böhmen sowie ein spanisches Heer in Italien vor; 1742 läßt sich der bayerische Kurfürst Karl Albrecht – er ist seit 1722 mit einer Tochter von Kaiser Joseph I. verheiratet – von den Gegnern der Habsburger als Karl VII. Albrecht zum römisch-deutschen Kaiser wählen. Maria Theresia, die am 25. Juni 1741 in Preßburg feierlich zur Königin von Ungarn gekrönt wurde, holt zum Gegenschlag aus: österreichisch-ungarische Truppen erobern 1743 Böhmen zurück und besetzen Bayern. Ende 1745 muß Maria Theresia im „Frieden von Dresden“ den Rückzug aus Bayern sowie die Abtretung Schlesiens an Preußen unterzeichnen. Allerdings verzichtet nach dem Tod von Kaiser Karl VII. Albrecht (20.01.1745) dessen Sohn Max Joseph auf die österreichischen Erbansprüche und überläßt die Kaiserkrone Maria Theresias Gatten Franz I. Stephan, dessen Krönung am 25. September 1745 in Frankfurt am Main stattfindet.
Im (auf Vermittlung Großbritanniens zustandegekommenen) „Frieden von Aachen“ (18. Oktober 1748) verliert Maria Theresia zwar Teile Oberitaliens an Spanien, erreicht jedoch ihre endgültige Anerkennung als Erbin der Monarchie.
(Die Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen lehnt es ab, sich an der Seite ihres Mannes zur [Mit-]Kaiserin des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ krönen zu lassen, und gibt sich selbst den Titel „Kaiserin-Königin“.)

Ab 1749
Kaiserin(-Königin) Maria Theresia sorgt für die Zentralisierung der Verwaltung und die Modernisierung des Heeres, setzt Reformen wie die Einrichtung von Volksschulen und die Milderung der Leibeigenschaft durch und saniert den Staatshaushalt u.a. durch die Abschaffung der Steuerfreiheit für Adel und Klerus. Obwohl erzkatholisch, verweist sie den Jesuitenorden des Reiches. Darüber hinaus führt sie ein einheitliches Strafgesetz ein.

29. November 1780
Joseph II., seit dem Tode seines Vaters Franz I. Stephan im Jahre 1765 römisch-deutscher Kaiser und seitdem Mitregent seiner Mutter Maria Theresia in den österreichischen und habsburgischen Erblanden, wird nach deren Tod Alleinherrscher und somit König von Böhmen und Ungarn. Mit seinen einschneidenden kirchen- und sozialpolitischen Reformen (u.a. Abschaffung der Leibeigenschaft, Auflösung aller Klöster, die sich nicht der Krankenpflege und Jugenderziehung widmen, Toleranz gegenüber Protestanten und Juden) zieht er sich den Zorn von Klerus und Adel zu. Sein Versuch, dem Gesamtreich eine einheitliche Verwaltung mit Deutsch als Amtssprache zu geben, führt ab 1788 zu Aufständen in Ungarn und Böhmen und in den österreichischen Niederlanden.

20. Februar 1790
Nach dem Tod von Kaiser Joseph II. wird sein Bruder Leopold II. sein Nachfolger.

 

Maria Theresia als Frau:
Maria Theresia war in jungen Jahren sehr impulsiv und lebenslustig, nicht übermäßig gebildet; sie sprach Deutsch mit Wienerischer Färbung, aneben Latein, Spanisch, Französisch und Italienisch und liebte Musik (ließ auch die Kinder Instrumente lernen) und neigte stark zum Glücksspiel. Ihrem Gatten immer verbunden, trug sie als Witwe stets Trauerkleidung, verwendete schwarz umrandetes Papier und war tief pessimistisch. Bis zuletzt zeichneten sie Pflicht und Verantwortungsbewußtsein aus.Ihr starkes Gottvertrauen wurzelte im ö. Barockkatholizismus. Sie war sehr fromm, stiftete in vielen Kirchen Ornate (lat.:feierliche Amtstracht) und lehnte jede Toleranz ab. Streng war sie gegen Unsittlichkeit (Keuschheitskommission) auch in Unterhaltung und Theater eingestellt. Maria Theresia litt schon in mittleren Jahren an Übergewichtigkeit und hatte im Alter beim Gehen Probleme. In ihrem Hauptwohnsitz in Schönbrunn wurde daher ein Aufzug für sie eingebaut. Sie sorgte sich stets um ihre Kinder, unterzog diese (auch wegen der Vorbildwirkung) der eben erfundenen Pockenimpfung und versuchte auch den Einfluss über ihre Töchter, die mit Prinzen des weitverzweigten Hauses Bourbon verheiratet waren, aufrechtzuerhalten.

Kinder

Maria Theresia hatte 16 Kinder (11 Mädchen, 5 Knaben).